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"Timmelsjoch Erfahrung" fertig gestellt

24. August 2011

In einer gemeinsamen Initiative haben die Timmelsjoch Hochalpenstraße AG, die Gemeinde Moos im Passeier, das Land Südtirol und das Land Tirol ein neues, in dieser Form weltweit einzigartiges Erlebnisstraßenprojekt verwirklicht: Fünf markante Infostationen – Steg, Schmuggler, Passmuseum, Fernrohr und Granat – ergeben zusammen „Die Timmelsjoch Erfahrung“.

Die Timmelsjoch Hochalpenstraße wurde auf Nordtiroler Seite im Jahre 1959 eröffnet. Neun Jahre später konnte die Straßenverbindung mit Südtirol für den Verkehr freigegeben werden. Vor fünf Jahren – also rund 40 Jahre nach Eröffnung der neuen Nord-Süd-Verbindung – nahmen die Timmelsjoch Hochalpenstraße AG und die Gemeinde Moos im Passeier ein neues, grenzüberschreitendes Erlebnisstraßen-Projekt in Angriff. Gemeinsam mit Dr. Arch. Werner Tscholl (z.B. Messner Mountain Museum Sigmundskron, Bozen) wurde ein Konzept zur Musealisierung der Straße entwickelt, das die teils jahrtausende alten Gemeinsamkeiten von Passeier- und Ötztal in den Mittelpunkt stellen sollte.

Weltweit einzigartiges Erlebnisstraßenprojekt
Unter dem Namen „Die Timmelsjoch Erfahrung" wurden fünf markante Architektur-Skulpturen konzipiert, die den Reisenden über die vielfältige Natur, Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft der Region informieren. Nachdem das „Passmuseum" am Timmelsjoch in 2.509 m Höhe bereits vor zwei Jahren zum 50. Straßenjubiläum eröffnet werden konnte und im Vorjahr der „Granat" oberhalb der Gemeinde Moos folgte, sind jetzt auch die letzten drei Stationen der „Timmelsjoch Erfahrung" fertig gestellt. Damit sehen die Projektbetreiber aus Nord- und Südtirol die Grundlagen für ihre Zielsetzung geschaffen: „Wir wollen den Straßenbenützern einen Mehrwert bieten und damit auch nachhaltige wirtschaftliche Impulse für die gesamte Region schaffen", erklären Dr. Maria Gufler, Erlebnisstraßenprojekt Moos im Passeier und Timmelsjoch Hochalpenstraße AG-Vorstand Mag. Manfred Tschopfer.


Bildunterschrift: Das Projektteam (von links): Timmelsjoch-Vorstand Manfred Tschopfer, Architekt Werner Tscholl, Initiatorin Maria Gufler, Timmelsjoch-Aufsichtsratsvorsitzender Alban Scheiber und Timmelsjoch-Vorstand Alban Scheiber jun. Foto: schlossmarketing

„Steg" geleitet in neue Höhen
Die erste Station auf Nordtiroler Seite vor der Mautstation ist ein Steg, der zehn Meter hinaus kragt und beeindruckende Panoramablicke auf den Naturpark Ötztal und zahlreiche 3000er-Gipfel des hinteren Ötztals ermöglicht. Ganz auf das Thema „Sehen" fokussiert werden Hintergrundinformationen zur Landschaft, zum Naturdenkmal Obergurgler Zirbenwald, den Gletscher oder die Siedlungsgeschichte im hochalpinen Raum geboten. Der Schauraum innen ist der Zirbe und ihren vielseitigen, wissenschaftlich belegten Wirkungen auf den menschlichen Organismus gewidmet. Auch der traditionelle Schaftrieb und die Weidewirtschaft („Transhumanz") zwischen Passeier- und Ötztal werden beleuchtet. Und auch der Notlandung des Physikers Auguste Piccard am Gurgler Ferner, der mit seinem Stratosphären-Ballon in für den Menschen neue Höhen vorstieß, ist ein Schaubild gewidmet.


Bildunterschrift: Der Steg – die erste Station auf Nordtiroler Seite – bietet atemberaubende Ausblicke auf den Naturpark Ötztal. Foto: Maria Gufler

Der „Schmuggler" zwischen Passeier- und Ötztal
Weiter im Timmelstal wartet der „Schmuggler". Der begehbare Würfel steht nach der Timmelsbachbrücke, wo die Straße den Urweg zwischen Passeier- und Ötztal kreuzt. In einer kulturgeschichtlichen Ausstellung erfährt man mehr über die uralten Handelsbeziehungen und die Hintergründe der Schmuggeltradition. In Anlehnung an das illegale Treiben im Hochgebirge, auch „Schwärzen" genannt, sind die Schaubilder und Texte auf schwarzen Gläsern gedruckt. Ausgestellt sind alte Schmuggelgüter und eine originale Kraxe.

Bildunterschrift: Der Schmuggler im Timmelstal beleuchtet die jahrhunderte alten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Passeier- und Ötztal. Foto: schlossmarketing

„Fernrohr" fokussiert Blick auf Naturpark Texelgruppe
Die zweite Station auf Südtiroler Seite besteht aus zwei „Fernrohren", welche die einmalige natürliche Aussicht auf den Naturpark Texelgruppe, das unberührte Seebertal und das Passeiertal richten. Thematisch sind die Geologie des hinteren Passeiertales, die Gesteine, die „Psairer Bergziege" aufbereitet. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Naturparke, dem Bunker Mooseum, dem Bergbaumuseum Schneeberg und dem Museum Passeier gibt es eine Mini-Ausstellung.

Bildunterschrift: Das Fernrohr fokussiert den Blick auf das unberührte Seebertal und den Naturpark Texelgruppe. Foto: Werner Tscholl

Das architektonische Konzept
Für die Gestaltung der Architektur-Skulpturen orientierte sich Dr. Arch. Werner Tscholl an den Formen und Farben der umliegenden Landschaft. „Es sollte keine zusätzliche Farbbelastung auf den Hängen des Timmelsjochs geben. Alle neuen Elemente treten durch die Material- und Farbanpassung in den Hintergrund. Die Gestaltungselemente stehen in Bezug zur Landschaft und zur Topografie des Ortes. Im Vordergrund steht die Emotionen fördernde Wirkung", erklärt Dr. Arch. Werner Tscholl sein architektonisches Konzept. Die Investitionskosten belaufen sich auf insgesamt 1,77 Mio. Euro. Das Erlebnisstraßenprojekt wurde im Rahmen des Programmes Interreg IV Italien Österreich durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung ko-finanziert.

Gestalterische und sicherheitstechnische Aufwertung
Parallel zur Verwirklichung der Erlebnisstraße werden und wurden bauliche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit umgesetzt. Darunter fallen die Erneuerung von Stützmauern, Hangsicherungsarbeiten, Ausbau der Kehren, Eliminierung von gefährlichen Stellen, Ausbesserungen des Straßenbelages und gestalterische Maßnahmen für die verschiedenen Straßenelemente und Parkplätze mit Vorgaben für eine bessere landschaftliche Einbindung. Als nächster Schritt soll der Scheibkopftunnel eine Beleuchtung erhalten. „Bei der Aufwertung der Timmelsjoch Hochalpenstraße gibt es eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Ressort für Bauten unter Landesrat Florian Mussner, für die wir uns bedanken möchten", betonen Bürgermeister Wilhelm Klotz, Moos im Passeier und Timmelsjoch Hochalpenstraße AG-Vorstand Mag. Manfred Tschopfer.

Saisonende! Über die Timmelsjoch Hochalpenstraße wurde die offizielle Wintersperre verhängt. Das Motorradmuseum und das Panoramarestaurant haben auch im Winter geöffnet!

 
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