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Ein tierischer Helfer

13. December 2013

Winter ist Lawinenzeit, gerade rund um das Timmelsjoch. Zum Glück sorgt ein gefiederter Helfer für einen natürlichen Lawinenschutz.

Die weiße Gefahr ist mit ein Grund, warum sich die Saisoneröffnung im Frühjahr oft verzögert. Denn erst wenn die Verhältnisse absolut sicher sind, wird die Hochalpenstraße für die Touristen frei gegeben. Nicht umsonst hieß es früher im Ötztal: „Der Jaufen (Anmerkung: Pass) fordert jedes Jahr ein, der Timmel drei Lawinenopfer." Und auf Südtiroler Seite galt Rabenstein lange Zeit als die „lawinengefährdetste Siedlung von ganz Tirol".


Der Tannenhäher sorgt für die Aufforstung von Zirbenbäumen.
Foto: Manfred Scheiber

„Gra-Gra" schalt es durch den Wald
Für die Straßensicherheit im Hochgebirge leistet nicht nur unser Team hervorragende Arbeit. Mit dem Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) steht unserer Straßenmeisterei bei der Lawinenbekämpfung auch ein tierischer Helfer bei. Denn der in Tirol auch als „Zirmgratsche" bekannte Rabenvogel ist ein kongenialer Partner der Zirbe. Um den strengen Bergwinter zu überstehen, sammelt er ab dem Spätsommer einen beeindruckenden Vorrat von bis zu 100.000 Zirbennüssen. Mit seinem langen Schnabel pickt er diese geschickt aus den Zirbenzapfen heraus und versteckt sie an geschützten Stellen. Den Großteil findet die Zirmgratsche sogar unter einer bis zu 40 cm dicken Schneedecke wieder. Die restlichen Nussdepots keimen zu jungen Zirbenbäumen aus. Damit ist der schlaue Vogel hauptverantwortlich für die Verbreitung der „Königin der Alpen" und leistet einen wichtigen Beitrag zur natürlichen Lawinenverbauung.


Natürliche Lawinenverbauung: Die Zirbe fühlt sich in Höhen wohl, wo die klimatischen Bedingungen für andere Bäume viel zu extrem sind.
Foto: Hansjörg Fiegl

Saisonende! Über die Timmelsjoch Hochalpenstraße wurde die offizielle Wintersperre verhängt. Das Motorradmuseum und das Panoramarestaurant haben auch im Winter geöffnet!

 
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